Ein dauerhaftes Ergebnis der Nasenkorrektur erfordert ein stabiles Gerüst aus Knochen und Knorpel. Um ein Absinken der Nasenspitze zu verhindern, wird sie mit Knorpeltransplantaten fest stabilisiert. Veraltete Methoden, bei denen Knorpel großzügig entfernt wurde, führten oft zum Zusammensacken der Nase – was in unnatürlichen „Klammernasen“ oder Papageienschnabelverformungen endete. Moderne Chirurgie setzt daher auf nachhaltige Stabilität.
Knorpeltransplantate
Die Nasenspitze darf nicht absinken
Häufig wird die Veränderung der Nasenspitze ohne den Nasenrücken gedacht. Damit kommt es zu einem langsamen, unkontrollierbaren Absinken der Nasenspitze über die ersten Monate nach einer Operation. Das liegt daran, dass durch die Operation die wichtigen bindegewebigen Verbindungen zwischen Nasenspitze und Nasenscheidewand aufgetrennt werden (müssen). Es kommt zum Verlust an Stabilität, die dann nicht korrigiert wurde.
Die Nasenspitze benötigt Knorpeltransplantate
Heutige Techniken stabilisieren die Nase durch gezielte Nähte und Eigengnorpel. Meist reicht Knorpel aus der Nasenscheidewand – dabei beheben wir eventuelle Atemprobleme zeitgleich (Septumplastik). Bei Voroperationen oder Traumata nutzen wir Rippen- oder Ohrknorpel. Rippenknorpel ist dabei ideal: Er ist stabiler, gerader und wird über einen winzigen, fast unsichtbaren Schnitt (max. 2 cm) an der Brustwand entnommen.
Unsichtbare Septum-Stabilisierung
Um die Nasenspitze aufzurichten wird zunächst die Nasenscheidewand verlängert. Damit ist es möglich, die Nasenspitzenknorpel mit der Nasenscheidewand zu verbinden – ein entscheidender Schritt, um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen und Projektion und Rotation der Nasenspitze zu verändern. Die Nasenspitze wird dadurch aber auch wesentlich härter.
Von Natur aus gibt es nur eine bindegewebige Verbindung zwischen der Nasenscheidewand und den Nasenflügelknorpeln. Das macht die Nasenspitze flexibel, verhindert meistens jedoch eine klare Definition.
Spezielle Nahttechniken
Auch die seitliche Nasenflanke kann mit Knorpeltransplantaten verändert werden – also der Bereich, der unmittelbar oberhalb der Nasenflügel sitzt. Nicht wenige Menschen besitzen hier ein ausgeprägtes Grübchen, welches unter Umständen zu funktionellen Einschränkungen führt: Bei starkem Einatmen kommt es zum sog. Ansaugphänomen. Dieses lässt sich beheben, wenn die seitlichen Knorpelanteile der Nasenspitze verstärkt werden.
Generell wird die Nasenspitze durch gezielte Nähte im Knorpel verformt. Rundungen werden spitz, Winkel steiler und Flächen begradigt. Die darüber liegende Haut gibt bei Lichteinfall die gewünschten Konturen mit wesentlich besserer Definition preis.
Konturausgleich mit PRF
Gewebeunregelmäßigkeiten können mit ganz speziellen Transplantaten ausgeglichen werden – sog. weichen Transplantaten.
Hierzu entnimmt man dem Blut durch Zentrifugation das sogenannte Fibrin und Wachstumsfaktoren (PRF = Platelet-Rich Fibrin). Fibrin ist der Blutkleber. Zusammen mit sehr feinen Knorpelanteilen oder Fettgewebe (entnommen aus dem Bauchnabelbereich) lassen sich Volumenverluste auffüllen, Kanten glätten und Verziehungen beheben.
Diese Technik ist vor allem bei bereits voroperierten Nasen im Rahmen der Nasennachkorrektur sehr hilfreich.